Thema 1: Controlling von Controllingsystemen


Die originäre Fragestellung dieser Arbeit war die praktische und theoretische Bewährung des Controllings im Bezug auf sich selbst. Das Problem hierbei ist erstens, dass sich fast jedes Unternehmen für sich ein eigenes Controlling definiert, um eine Effektivitäts- und Effizienzsteigerung für das Unternehmen zu erzielen und zweitens, dass die Effektivität und Effizienz des Controllings meistens nur auf Grundlage der Unternehmenseffektivität und -effizienz definiert wird. In diesem Zusammenhang befindet sich Controlling bezüglich der Beurteilung seiner Effektivität und Effizienz in einer schwierigeren Lage als eine Einheit, die an ihrer Rendite gemessen werden kann. Deshalb folgte in dieser Arbeit ein grober, methodologischer Vorschlag auf Basis der Verknüpfung des 3-E-Konzepts mit der BSC, um eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie man der Effektivitäts- und Effizienzbeurteilung des strategischen und operativen Controllings losgelöst von der Unternehmensebene, begegnen kann. Im Zuge der Themenausarbeitung wurden Effektivität und Effizienz als eigenständige und autonome Problemfelder betrachtet, um einen einzelfallspezifischen Lösungsansatz darzustellen. Es lässt sich festhalten, dass die Verbindung zwischen dem 3-E-Konzept und der BSC die zentrale Kenntnis „If you can measure it, you can understand it, so you can manage it long- and short-term efficiently and effectively“ ermöglicht.

Die Effektivität und die Effizienz des Controllings ist dann realisiert, wenn die von den Controllingkunden gewünschten Leistungen angeboten und damit die controllingspezifischen kundenbezogenen Ziele bestmöglich, d.h. schnell, kostengünstig und fehlerfrei realisiert werden können. Eine generische Definition des effektiven und effizienten Controllings kann aus dieser Perspektive folglich nicht abgeleitet werden. Die Bestimmung des jeweiligen Effektivitäts- und Effizienzbedarfs sowie ihrer konkreten Ergebnisse hat immer situativ in Abhängigkeit einer konkreten Unternehmenssituation zu erfolgen.


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Controlling von Controllingsystemen
In der betriebswirtschaftlichen Literatur finden sich nur in begrenztem Umfang Ansätze zur Beantwortung der Frage, auf welcher Grundlage und in welcher Weise sich das Controlling selbst einem Controlling unterziehen kann.
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Thema 2: Der Real-Optionen Ansatz in der Investitionsrechnung


Der Real-Optionen Ansatz wird in Wissenschaft und Praxis als neues Verfahren zur Bewertung von Entscheidungen in unsicherem Marktumfeld intensiv diskutiert. Mit Hilfe dieses Konzeptes können unternehmerische Gestaltungsmöglichkeiten und Handlungsflexibilitäten in den Investitionswert einbezogen werden. Es erfolgt im Unterschied zum herkömmlichen Kapitalwertkalkül eine explizite Abbildung der Handlungsspielräume, und das Prinzip der Duplikation ermöglicht im Unterschied zum herkömmlichen Entscheidungsbaumverfahren, den Verzicht auf die exogene Schätzung von risikoadjustierten Zinsfüssen und Eintrittswahrscheinlichkeiten für Zahlungsströme mit Optionscharakter. Manche Autoren plädieren dafür, dass sich der Real-Optionen Ansatz in den nächsten Jahren voraussichtlich zur Standardmethode der Investitionsrechnung entwickeln wird und die Kapitalwertmethode daher nur mehr für Spezialfälle angewendet wird. Andere Autoren wiederum sehen den zentralen Nutzen dieses Ansatzes in der Sensibilisierung des Entscheidungsträgers für Flexibilitätsaspekte. Trotz aller Vorteile des Real-Optionen Ansatzes findet diese Methode in der Bewertungspraxis aufgrund der Komplexität und der fehlenden Operationalisierbarkeit der abstrakten Optionsmodelle nur selten Anwendung, zumal sich bei der Ermittlung des Wertes der Real-Optionen erhebliche Probleme ergeben, auf die in dieser Arbeit nicht näher eingegangen wurde. Angesichts der kaum noch beherrschbaren Komplexität bei der Anwendung von quantitativen Verfahren sollte das Augenmerk auf die Entwicklung einfacherer Instrumente gelegt werden, die eine wirksame Unterstützung bei der Berücksichtigung von Handlungsspielräumen bieten.

Als Bestätigung des o.a. ergab die empirische Erhebung zum aktuellen Stand der praktischen Anwendung des Real-Optionen Ansatzes von Peemöller / Beckmann / Kronmüller aus dem Jahr 2002, dass deutsche Unternehmen den Real-Optionen Ansatz sehr selten anwenden. Dennoch wurden die Zukunftsaussichten des Real-Optionen Ansatzes trotz der hin und wieder geäußerten Zweifel an seiner Notwendigkeit überwiegend positiv eingeschätzt. Die Entwicklung zu einem Standardbewertungsverfahren bleibt jedoch offen und fraglich.

Es muss an dieser Stelle noch einmal betont werden, dass die sich eröffnenden Bewertungsspielräume bei der Bewertung der Real-Optionen weit reichende Konsequenzen nach sich ziehen können. Es werden auch Stimmen laut, die darauf hinweisen, dass im Rahmen einer Wertanalyse praktisch jeder Wert errechnet werden kann, der zur Absicherung des Projektes erforderlich ist. Es ist folglich nicht auszuschließen, dass Real-Optionen zur Rechtfertigung der Durchführung von Investitionen missbraucht werden, deren Wertbeitrag bei nüchterner Analyse mit einem Fragezeichen zu versehen ist.

 


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